Der Ferienverkehr bringt den verkehrsstau am Gotthard zum Start der Sommerferien 2026 zurück auf die Schweizer Nord-Süd-Achse: Seit diesem Wochenende fahren viele Familien aus Bern, Basel, dem Tessin sowie aus Deutschland und den Niederlanden Richtung Süden, während sich vor dem Nordportal in Göschenen erneut längere Wartezeiten abzeichnen, berichtet BASELPOST.CH. Der Gotthard-Strassentunnel bleibt damit der empfindlichste Punkt im Schweizer Reiseverkehr: Einspurig pro Richtung, hohe Nachfrage, Dosierung vor dem Tunnel und nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten sorgen dafür, dass bereits kleine Störungen grosse Folgen haben können.
Verkehrsstau am Gotthard: Warum der Juli besonders kritisch wird
Der Touring Club Schweiz rechnet im Juli wegen Ferienstarts in der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden mit täglichem Stau vor dem Gotthard-Nordportal. Besonders an Wochenenden sind zweistellige Staulängen und mehrere Stunden Wartezeit möglich.
Betroffen ist vor allem die A2 Richtung Süden zwischen Erstfeld, Amsteg und Göschenen. Wer nach Italien, ins Tessin oder weiter Richtung Mittelmeer fährt, muss in Spitzenzeiten mit stockendem Verkehr rechnen. Der Rückreiseverkehr verlagert sich ab dem 9./10. August zunehmend an das Südportal bei Airolo.
Die Ursache ist nicht nur der Ferienbeginn. Das Nationalstrassennetz macht laut ASTRA nur einen kleinen Teil des Schweizer Strassennetzes aus, trägt aber einen sehr grossen Anteil des Verkehrs. In Spitzenzeiten reichen schon Unfall, Pannenfahrzeug, Wetterwechsel oder Dosierung, um den Verkehrsfluss zu brechen.
Wann wird es am Gotthard am engsten
| Zeitraum | Richtung | Risiko | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Freitagabend | Nord–Süd | hoch | besser sehr früh oder spät fahren |
| Samstagvormittag | Nord–Süd | sehr hoch | wenn möglich vermeiden |
| Sonntagabend | Süd–Nord | hoch | Rückreise verschieben |
| Ferienwechsel im Juli | Nord–Süd | sehr hoch | Zeitreserve einplanen |
| ab 9./10. August | Süd–Nord | hoch | Rückreise antizyklisch planen |
Am stärksten belastet sind in der Regel Samstagvormittage Richtung Süden und Sonntagnachmittage Richtung Norden. Der TCS empfiehlt, unter der Woche oder ausserhalb der Hauptzeiten zu reisen, wenn Wartezeiten vermieden werden sollen.
A2 und A13: Wo es neben dem Gotthard ebenfalls staut
Neben der A2 am Gotthard gilt auch die A13 über den San Bernardino als wichtige, aber nicht unbegrenzt belastbare Ausweichroute. Wenn viele Reisende gleichzeitig vom Gotthard auf die A13 wechseln, kann sich der Verkehr auch dort rasch stauen. Das ASTRA nennt die A2 Gotthard und die A13 San Bernardino regelmässig als zentrale Nord-Süd-Achsen im Ferienverkehr.
Weitere Engpässe entstehen in den Agglomerationen Zürich, Basel, Bern, Luzern, Lausanne und Genf sowie auf stark befahrenen Abschnitten der A1, A2 und A3. Für Reisende bedeutet das: Nicht nur der Tunnel selbst entscheidet über die Reisezeit, sondern auch die Zufahrt zur Alpenachse.
Ausweichen oder warten? Was Autofahrer beachten sollten
Ein spontanes Ausweichen über Kantons- und Gemeindestrassen ist meistens keine gute Lösung. Bund und Kantone warnen regelmässig davor, weil Ausweichverkehr Dörfer belastet, den öffentlichen Verkehr behindert und zusätzliche Sicherheitsrisiken schafft.
Sinnvoller sind diese Optionen:
- Gotthardpass: nur bei guter Witterung, landschaftlich schön, aber kurvig und langsam
- A13 San Bernardino: geeignet bei früher Planung, aber bei Massenverkehr ebenfalls staugefährdet
- Simplon/Lötschberg: eher für Reisende aus der Westschweiz oder aus dem Westen Deutschlands
- Reisezeit ändern: oft wirksamer als jede Umfahrung
- vor Abfahrt prüfen: Verkehrslage, Wetter, Sperrungen und Wartezeiten kontrollieren
Was ASTRA und TCS Reisenden raten
Das ASTRA empfiehlt, genügend Zeitreserven einzuplanen, sich vor der Abfahrt über die aktuelle Verkehrslage zu informieren und auf Ausweichfahrten über lokale Strassen zu verzichten. Der TCS rät ebenfalls zu antizyklischem Reisen und weist auf besonders belastete Wochenenden im Juli hin.
Wichtig sind auch die Nachtsperrungen im Herbst 2026: Laut TCS ist der Gotthard-Strassentunnel im September und Anfang Oktober 2026 während mehrerer Nächte wegen Arbeiten geschlossen; mittwochs gibt es zudem ein Zeitfenster für Sondertransporte.

Warum der Gotthard ein Schweizer Nadelöhr bleibt
Der Gotthard-Strassentunnel verbindet Göschenen im Kanton Uri mit Airolo im Tessin und ist eine der wichtigsten Alpenverbindungen Europas. Für Ferienreisende, Pendler, Güterverkehr und Transitfahrten nach Italien ist die Route zentral.
Gerade deshalb bleibt der Tunnel anfällig: hohe Nachfrage, Sicherheitsabstände, Dosierung, Wetterlagen und Ferienverkehr treffen auf eine Infrastruktur, die nicht beliebig erweitert werden kann. Die zweite Tunnelröhre soll langfristig Entlastung und Sanierungsspielraum bringen, doch bis dahin bleibt der Gotthard im Sommer einer der kritischsten Verkehrspunkte der Schweiz.
Wer im Juli 2026 Richtung Süden fährt, sollte den Gotthard nicht als normale Autobahnstrecke einplanen, sondern als möglichen Zeitverlust von mehreren Stunden. Besonders kritisch sind Samstagvormittage, Ferienwechsel und lange Wochenenden. Wer flexibel ist, fährt unter der Woche, sehr früh am Morgen oder spät am Abend. Wer nicht flexibel ist, braucht Geduld, Wasser, Pausenplanung und aktuelle Verkehrsinformationen vor der Abfahrt.
Welche Routen sind ab Basel Richtung Süden sinnvoll?
Basel gehört zu den wichtigsten Ausgangspunkten des Schweizer Ferienverkehrs. Von hier verteilt sich der Verkehr auf zwei Hauptachsen: die A2 über Luzern und den Gotthard sowie die A3 Richtung Zürich mit Anschluss an die A13 San Bernardino. Welche Strecke sinnvoll ist, hängt in erster Linie von der aktuellen Verkehrslage ab.
Ab Basel stehen Reisenden grundsätzlich diese Verbindungen zur Verfügung:
| Ziel | Hauptroute | Alternative |
|---|---|---|
| Tessin (Lugano, Bellinzona) | A2 über Luzern und Gotthard | A3 – Chur – A13 San Bernardino |
| Mailand | A2 – Gotthard – Chiasso | A13 – Bellinzona – A2 |
| Gardasee | A2 – Gotthard – Mailand | A13 – San Bernardino |
| Ligurien | A2 – Gotthard – Mailand – A7 | je nach Verkehr über A13 |
| Toskana | A2 – Gotthard – Mailand – A1 | bei langen Staus A13 prüfen |
Für Reisende aus Basel gilt: Ist der Rückstau am Gotthard bereits zweistellig, lohnt sich vor der Abfahrt ein Vergleich mit der A13 über den San Bernardino. Diese Route ist zwar länger, kann bei starkem Ferienverkehr dennoch Zeit sparen. Allerdings verlagert sich bei grossen Staus häufig auch Verkehr auf die A13, weshalb beide Achsen vor Reisebeginn überprüft werden sollten.
Praktische Tipps für Basel:
- A2 bleibt die kürzeste Verbindung nach Italien.
- A13 eignet sich besonders für Fahrten aus der Nordwest- und Ostschweiz, wenn der Gotthard stark belastet ist.
- Samstagvormittage sowie Ferienwechsel gehören zu den verkehrsreichsten Zeiten.
- Wer flexibel ist, fährt möglichst früh am Morgen oder erst am späten Abend.
- Vor der Abfahrt sollten die aktuelle Staulänge und Reisezeit geprüft werden, statt erst unterwegs auf Alternativrouten auszuweichen.
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