Der Gotthard-Strassentunnel auf der A2 zwischen Göschenen (UR) und Airolo (TI) wird im Juni 2026 in insgesamt zwölf Nächten für den gesamten Verkehr vollständig gesperrt, wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA), Filiale Zofingen, mitteilt. Grund sind planmässige Unterhaltsarbeiten in der rund 16,9 Kilometer langen Röhre. Die Sperrungen erfolgen jeweils von 20.00 Uhr abends bis 05.00 Uhr am Folgemorgen und sind über vier Wochen verteilt, immer von Montag- bis Freitagmorgen; an den Wochenenden bleibt der Tunnel regulär geöffnet. Der Personenverkehr wird nach Möglichkeit über die seit dem 16. Mai wieder geöffnete Gotthardpassstrasse umgeleitet, der schwere Güterverkehr über 3,5 Tonnen wird in Göschenen und Airolo jeweils eine halbe Stunde vor Sperrbeginn angehalten, berichtet die Redaktion von BaselPost.ch.
Für Reisende aus der Nordwestschweiz – insbesondere aus dem Raum Basel auf dem Weg ins Tessin, nach Italien oder Südfrankreich – sind die nächtlichen Sperren planbar, aber relevant: Wer in den betroffenen Nächten unterwegs ist, muss entweder die kurvige Passstrasse nehmen, grossräumig über den San-Bernardino-Tunnel (A13) ausweichen oder die Fahrt ausserhalb der Sperrzeiten legen. Dieser Beitrag listet alle bestätigten Sperrtermine im Juni 2026 auf, ordnet die zu erwartende Verkehrslage ein und erklärt die wichtigsten Ausweichrouten mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen.
Alle Nachtsperren des Gotthard-Tunnels im Juni 2026
Nach Angaben des ASTRA finden die Unterhaltsarbeiten in folgenden Zeitfenstern statt. Alle Sperrungen gelten jeweils von 20.00 bis 05.00 Uhr des Folgetags:
| Zeitraum | Nächte | Wochentage |
|---|---|---|
| Mo, 2. Juni – Fr, 6. Juni 2026 | 4 Nächte | Montagabend bis Freitagmorgen |
| Di, 10. Juni – Do, 12. Juni 2026 | 2 Nächte | Dienstagabend bis Donnerstagmorgen |
| Mo, 16. Juni – Mi, 18. Juni 2026 | 2 Nächte | Montagabend bis Mittwochmorgen |
| Mo, 23. Juni – Fr, 27. Juni 2026 | 4 Nächte | Montagabend bis Freitagmorgen |
Wichtig: Ein Teil dieser Termine liegt zum Erscheinungszeitpunkt bereits in der Vergangenheit. Zum Redaktionszeitpunkt (12. Juni 2026) steht insbesondere die Sperrwoche vom Montag, 23. Juni, bis Freitag, 27. Juni noch bevor – das ist das letzte und mit vier Nächten umfangreichste Sperrfenster des Monats.
Wochenenden bleiben offen
Eine zentrale Entlastung für Feriengäste: Die Sperrungen betreffen ausschliesslich Werktagsnächte. An den Wochenenden ist der Tunnel durchgehend befahrbar. Das ASTRA legt die Wartungsarbeiten bewusst ausserhalb der grossen Reisewellen wie Ostern und Pfingsten, um den Ferienverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Zusätzliche wöchentliche Kurzsperre
Unabhängig von den Unterhaltsarbeiten wird der Gotthard-Tunnel ganzjährig einmal pro Woche – meist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zwischen 23.00 und 01.00 Uhr – kurz gesperrt. In diesem Fenster haben Sondertransporte freie Fahrt. Wer regelmässig nachts den Gotthard nutzt, sollte auch diese reguläre Kurzsperre einkalkulieren.
Stau-Prognose: Wo es im Juni 2026 eng wird
Die Nachtsperren selbst fallen in verkehrsarme Stunden, sodass der unmittelbare Stau-Effekt zur Sperrzeit gering ist. Die eigentliche Stau-Gefahr am Gotthard liegt nicht in den Nächten, sondern an den Ferienwochenenden tagsüber, wenn sich der Reiseverkehr vor den Portalen staut – und genau an diesen Wochenenden ist der Tunnel offen.

Trotzdem sind drei Risikofaktoren zu beachten:
1. Frühmorgendlicher Rückstau nach Sperröffnung. Erfahrungsgemäss bauen sich an Reisetagen schon in den frühen Morgenstunden lange Kolonnen auf. An Pfingsten und vergleichbaren Spitzentagen wuchs der Stau am Gotthard bereits um 05.00 Uhr morgens auf rund zehn Kilometer an. Wer also in einer Sperrnacht bis 05.00 Uhr wartet, um dann durch den Tunnel zu fahren, kann direkt in den anbrechenden Tagesstau geraten.
2. Sonderspur Airolo/Pässe. Seit dem 13. Mai gibt es an den Gotthard-Portalen auf der A2 eine Sonderspur, die es ermöglicht, Airolo und die Strasse zum Gotthardpass schneller zu erreichen, ohne sich durch den Autobahnstau zu schieben. Wer auf die Passstrasse ausweichen will, kann diese Sonderspur bei hohem Verkehrsaufkommen nutzen.
3. Verlagerung auf die A13. Wenn der Gotthard nachts dicht ist, verlagert sich Fernverkehr – vor allem Lastwagen – auf die A13 über den San-Bernardino-Tunnel. Dort kann es dadurch zu erhöhtem Aufkommen kommen.
Aktuelle Wartezeiten, Staulängen und Webcams für beide Tunnelportale liefern in Echtzeit der TCS-Verkehrsdienst sowie die Verkehrsinformationen von ASTRA und SRF. Ein Blick darauf kurz vor Abfahrt ist die wirksamste Einzelmassnahme zur Stauvermeidung.
Die Ausweichrouten im Vergleich
Wer in einer Sperrnacht oder zur Stauvermeidung den Gotthard-Tunnel umgehen muss, hat im Wesentlichen zwei Alternativen.
Option 1: Gotthardpassstrasse (H2)
Die direkte und vom ASTRA offiziell vorgesehene Umleitung für den Personenverkehr führt über die Gotthardpassstrasse. Sie ist seit dem 16. Mai 2026 wieder geöffnet.
- Vorteile: kürzeste Alternative, landschaftlich reizvoll, schliesst direkt an die gesperrte Strecke an.
- Nachteile: kurvenreiche Bergstrasse mit deutlich längerer Fahrzeit als durch den Tunnel; nachts und bei schlechtem Wetter anspruchsvoll; in der kalten Jahreszeit (etwa November bis Mai) wegen Schnee gesperrt. Für Wohnmobile und Fahranfänger ist die Passfahrt nachts wenig komfortabel.
Diese Route eignet sich am besten für Pkw und erfahrene Fahrerinnen und Fahrer, die nur eine kurze nächtliche Verzögerung in Kauf nehmen wollen.
Option 2: A13 über den San-Bernardino-Tunnel
Die grossräumige Ausweichroute führt über die A13 von Chur Richtung Bellinzona durch den San-Bernardino-Tunnel.
- Vorteile: durchgehend Autobahn beziehungsweise gut ausgebaute Strecke, ganzjährig befahrbar (Tunnel statt Pass), kein Bergpass nachts, planbare Fahrzeit.
- Nachteile: deutlicher Umweg in Kilometern und Zeit; bei Gotthard-Sperren erhöhtes Verkehrsaufkommen, da viele Lastwagen dieselbe Route wählen.
Für Reisende aus dem Raum Basel/Nordwestschweiz, für Wohnmobile und bei Nachtfahrten ist die A13 in der Regel die berechenbarere Wahl – auch wenn sie länger ist.
Praktische Tipps für die Fahrt über den Gotthard im Juni 2026
Sperrzeiten umgehen. Die einfachste Lösung ist, die Sperrfenster von 20.00 bis 05.00 Uhr ganz zu meiden und tagsüber oder am Wochenende zu fahren, wenn der Tunnel offen ist.
Nicht bis 05.00 Uhr „lauern“. Wer die Tunnelöffnung um 05.00 Uhr abwarten will, riskiert, direkt in den anbrechenden Morgenstau zu geraten – besonders an Reisetagen.
Echtzeit-Infos prüfen. Vor der Abfahrt lohnt der Blick auf die Webcams und Live-Wartezeiten von TCS und ASTRA für Nord- und Südportal.
Lkw-Halt einplanen. Schwere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen werden eine halbe Stunde vor Sperrbeginn in Göschenen und Airolo gestoppt. Fernfahrer sollten ihren Fahrplan entsprechend anpassen.
Tank und Pausen. Auf der Passstrasse und der A13-Route ist die Infrastruktur dünner als auf der A2. Vor dem Ausweichen tanken und Pausen einplanen.
Wetter checken. Die Passstrasse ist witterungsabhängig; bei schlechter Sicht oder Kälteeinbruch ist die A13 die sicherere Variante.
Hintergrund: Warum der Gotthard saniert wird
Die nächtlichen Sperren 2026 sind Teil eines grösseren Programms. Über das Jahr verteilt sind voraussichtlich rund 34 Sperrnächte in den Monaten März, Juni, September und Anfang Oktober vorgesehen. Hintergrund sind sowohl die laufenden Reinigungs- und Wartungsarbeiten am bestehenden, 1980 eröffneten Tunnel als auch die Bauarbeiten an der zweiten Tunnelröhre, die die Nord-Süd-Verbindung zwischen Uri und dem Tessin künftig sicherer und leistungsfähiger machen soll. Der Gotthard-Strassentunnel zählt zu den wichtigsten Alpenquerungen Europas und ist eine zentrale Achse für den Transitverkehr zwischen Deutschland, der Schweiz und Italien.
Fazit
Im Juni 2026 ist der Gotthard-Tunnel an zwölf Werktagsnächten zwischen 20.00 und 05.00 Uhr gesperrt – verteilt auf vier Wochen, mit der letzten und längsten Sperrphase vom 23. bis 27. Juni. Die Wochenenden bleiben offen, und die Sperren liegen bewusst ausserhalb der grossen Reisewellen. Wer betroffen ist, weicht entweder über die Gotthardpassstrasse (kurz, aber kurvig und wetterabhängig) oder grossräumig über die A13 mit dem San-Bernardino-Tunnel (länger, aber planbar) aus. Die wirksamste Strategie bleibt: Sperrzeiten meiden, Wochenenden nutzen und vor der Abfahrt die Echtzeit-Verkehrsinfos prüfen.
Häufige Fragen (FAQ)
An welchen Nächten ist der Gotthard-Tunnel im Juni 2026 gesperrt?
In vier Phasen: 2.–6. Juni (4 Nächte), 10.–12. Juni (2 Nächte), 16.–18. Juni (2 Nächte) und 23.–27. Juni (4 Nächte). Alle Sperren gelten von 20.00 bis 05.00 Uhr des Folgetags.
Ist der Tunnel auch am Wochenende gesperrt?
Nein. Die Sperren betreffen nur Werktagsnächte von Montag bis Freitagmorgen. An den Wochenenden ist der Tunnel durchgehend offen.
Wohin wird der Verkehr während der Sperrung umgeleitet?
Der Personenverkehr wird nach Möglichkeit über die Gotthardpassstrasse geführt, die seit dem 16. Mai 2026 wieder geöffnet ist. Alternativ steht die A13 über den San-Bernardino-Tunnel zur Verfügung.
Was gilt für Lastwagen?
Schwere Güterfahrzeuge über 3,5 Tonnen werden in Göschenen und Airolo jeweils eine halbe Stunde vor Sperrbeginn angehalten.
Welche Ausweichroute ist die bessere?
Für Pkw und kurze Verzögerungen die Passstrasse (kurz, aber kurvig und wetterabhängig). Für Wohnmobile, Nachtfahrten und planbare Zeiten die A13 über den San-Bernardino-Tunnel (länger, aber durchgehend befahrbar).
Muss ich tagsüber mit Stau rechnen?
Die Nachtsperren selbst verursachen kaum Stau. Die typischen Gotthard-Staus entstehen an Ferienwochenenden tagsüber – dann ist der Tunnel allerdings offen. Vorsicht gilt frühmorgens nach Sperröffnung um 05.00 Uhr an Reisetagen.
Wo finde ich aktuelle Wartezeiten?
In Echtzeit über den TCS-Verkehrsdienst sowie die Verkehrsinformationen von ASTRA und SRF, jeweils mit Webcams und Wartezeiten für Nord- und Südportal.
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