Sie schlafen ein, doch Ihr Körper findet keine Ruhe. Ihre Kiefer bewegen sich, die Zahnreihen pressen und mahlen unter hohem Druck aufeinander. Nächtliches Zähneknirschen ist ein häufiges und zugleich hochkomplexes Phänomen. Lesen Sie nach, welche Folgen Bruxismus hat und wie Sie zurück zu erholsamen Nächten finden.

Was ist eigentlich Bruxismus

Bruxismus – so nennt sich Zähneknirschen in der medizinischen Fachsprache. Im Schnitt ist jeder Fünfte Erwachsene davon betroffen. Unwillkürlich spannt sich im Schlaf die Kiefermuskulatur: Die Zahnreihen werden mit enormer Kraft bis zu 100 kg pro Quadratzentimeter aneinandergepresst sowie hin- und herbewegt. Diese Belastung ist um ein Vielfaches höher als beim Essen! So kann es stundenlang gehen, manchmal sind es jedoch nur kurze Phasen.

Was ist eigentlich Bruxismus

Zähneknirschen kann recht unterschiedliche Ursachen haben, die nicht immer endgültig zu ermitteln sind. Im letzteren Fall sprechen die Mediziner von einem idiopathischen Bruxismus. Doch recht oft stecken hinter dem Zähneknirschen chronische Erkrankungen:

Schlafapnoe. Ein nächtlicher Atemaussetzer sendet an das zentrale Nervensystem ein Alarmsignal. Um die Atemwege wieder zu öffnen, steigert der Körper schlagartig den Muskeltonus – auch im Kieferbereich.

Reflux. Steigt nachts durch die Speiseröhre die Magensäure in den Mundraum hoch, reagiert der Körper mit einer erhöhten Speichelproduktion. Als Nebeneffekt wird die Kiefermuskulatur aktiv und schiebt die Zähne aufeinander.

Stress. Zu den verbreitetsten Ursachen des Bruxismus zählt Stress im Beruf oder Familienleben. Dauerstress an sich gilt in der Medizin zwar nicht als eine chronische Erkrankung, macht jedoch den Menschen chronisch krank. Stress zerstört die harmonische Schlafarchitektur: Sie wachen immer wieder kurz auf, auch ohne es zu merken. Während dieser Wachphasen aktiviert sich unter anderem die Kiefermuskulatur. Ohnehin ist der Muskeltonus aufgrund von Stresssituationen dauerhaft erhöht. Mehr noch, die seelische Anspannung tagsüber entlädt sich nachts durch die Anspannung der Kiefermuskulatur. Durch das Zähneknirschen versucht Ihr Körper, die angestauten Probleme regelrecht zu zerkauen.

Rauchen, Alkoholkonsum und bestimmte Medikamente können ebenfalls den Bruxismus verursachen oder verstärken.

Welche Folgen hat nächtliches Zähneknirschen

Nächtlicher Bruxismus ist ausgesprochen lästig. Ihre Partnerin oder Ihr Partner werden immer wieder durch die unangenehmen Geräusche geweckt. Sie selbst schlafen unruhig und starten nicht ausreichend ausgeruht in den nächsten Tag. Kopf- und Nacken- und Ohrenschmerzen sind Ihre ständigen Begleiter. Auch die überstrapazierte Kiefermuskulatur tut weh und fühlt sich über Stunden steif an. Es sind mehr als nur vorübergehende Schmerzen: Die Überlastung der Muskulatur verursacht chronische Entzündungen im Mund-Rachen-Bereich.

Doch nicht nur das, denn Zähneknirschen schädigt dauerhaft auch Ihr Gebiss. Die mit Gewalt zusammengepressten Zähne, das ständige Reiben und Mahlen der Zahnreihen aneinander haben schwere Folgen für die Zahnsubstanz. Der Verschleiss Ihrer Zähne erfolgt aufgrund von Bruxismus im Zeitraffer. Zum einen werden die Kauflächen abgeflacht, weswegen das Zerkleinern der Speisen nicht mehr einwandfrei gelingt. Sie schlucken also nur ungenügend Zerkautes, was wiederum zu Verdauungsbeschwerden führen kann.

Der Zahnschmelz wird durch das Zähneknirschen schwer in Mitleidenschaft gezogen: Es bilden sich Mikrorisse, die wiederum als Eintrittspforte für Bakterien dienen. Nicht nur sind Ihre Zähne dadurch im hohen Masse kariesgefährdet, sondern auch die zahnärztlichen Behandlungen bleiben oft erfolglos, denn Füllungen und Kronen halten dem enormen Druck nur recht kurz stand.

Ist der Zahnschmelz beschädigt oder fehlt, wird das sogenannte Zahnbein (Dentin) freigelegt. Dieser Bereich ist von Tausenden Nervenkanälen durchzogen, sodass es kein Wunder ist, wenn Ihre Zähne auf jegliche Reize überempfindlich reagieren.

Wie Bruxismus behandeln

Kurzum, es ist offensichtlich, dass Zähneknirschen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist. Wenn Sie Schäden an Ihrer Kiefermuskulatur und Ihrem Gebiss vermeiden möchten, suchen Sie zeitnah ärztliche Hilfe. Spezialisierte Zahnarztpraxen wie www.famidental.ch sind dabei die erste Anlaufadresse.

Die gute Nachricht vorab: Nächtliches Zähneknirschen lässt sich in den meisten Fällen erfolgreich behandeln. Dabei erweist sich eine individuell gefertigte Aufbissschiene, auch Knirschschiene oder Okklusionsschiene genannt, als Therapie der Wahl. Die Aufbissschienen bestehen heute meistens aus einem transparenten Kunststoff (hart oder weich) und dienen als Puffer zwischen den Zahnreihen. Eine solche Schiene verhindert den direkten Kontakt zwischen den Zähnen und schützt sie auf diese Weise. Das Gehirn reagiert auf diesen Puffer mit der Entspannung der Muskulatur.

Ausserdem wird Ihnen der Zahnarzt Ihres Vertrauens unbedingt helfen, den Ursachen von Bruxismus tiefer auf den Grund zu gehen. Oft ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Dentalmediziner, Ihrem Hausarzt, Gastroenterologen und einem HNO-Arzt erforderlich, um das Zähneknirschen abschliessend zu behandeln.

Nehmen Sie Kontakt zu unserer Praxis auf, wenn Sie an Bruxismus leiden!