Der 1. August in Basel und der Schweiz steht 2026 unter einem aussergewöhnlichen Vorzeichen: Erstmals seit Jahren fallen wegen der anhaltenden Trockenheit beide offiziellen Feuerwerke – am Rhein und auf dem Bruderholz – ersatzlos aus, während das absolute Feuerverbot mit Waldbrandgefahrenstufe 5 den gesamten Kanton Basel-Stadt in Ausnahmezustand versetzt. Wer wissen will, was am Schweizer Nationalfeiertag noch stattfindet, wann welches Fest beginnt, welche Regeln jetzt gelten und wie der Rest der Eidgenossenschaft feiert, findet hier alle Fakten, Zeiten und Hintergründe kompakt an einem Ort.

Redaktioneller Hinweis der Redaktion Basel Post: Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert. Massgeblich sind ausschliesslich die behördlichen Anordnungen der Kantonspolizei Basel-Stadt und die offiziellen Mitteilungen der Veranstaltervereine; kurzfristige Änderungen bei Zeiten, Programmpunkten und Sicherheitsauflagen sind angesichts der Wetterlage jederzeit möglich.

Was für ein Tag ist der 1. August – und warum feiert die Schweiz

Der 1. August ist der Nationalfeiertag der Schweiz, offiziell «Bundesfeier» genannt. Er erinnert an den Bundesbrief von 1291, mit dem sich die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden zu einem Bündnis zusammenschlossen – jenem Pakt, der bis heute als symbolischer Gründungsakt der Eidgenossenschaft gilt. Historisch trägt das Pergament allerdings kein exaktes Tagesdatum: Es ist auf «Anfang August 1291» datiert, der «1. August» ist eine spätere Festlegung.

Interessant für alle, die es genau wissen wollen: Erstmals gefeiert wurde der Tag 1891, anlässlich des 600-Jahr-Jubiläums des Bundesbriefs. Zuvor galt keineswegs 1291 als populäres Gründungsdatum, sondern der 8. November 1307 – jener «Mittwoch vor Martini», auf den der humanistische Gelehrte Aegidius Tschudi im 16. Jahrhundert den sagenhaften Rütlischwur datiert hatte. Dass sich der 1. August durchsetzte, hatte laut Historikern politische Gründe: Ein halbes Jahrhundert nach Gründung des Bundesstaats von 1848 brauchte die junge Schweiz einen versöhnenden Gründungsmythos, der konservative und liberale Lager einte – und eine rechtlich vollzogene Staatsgründung liess sich besser vermitteln als eine revolutionäre Verschwörung.

Und noch ein Detail, das viele überrascht: Arbeitsfrei ist der 1. August erst seit 1994. Die Volksinitiative «Für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag» wurde am 26. September 1993 mit 83,8 Prozent Ja angenommen – der höchste Zustimmungswert einer Volksinitiative in der Schweizer Geschichte. Zuvor wurde in vielen Kantonen am 1. August ganz normal gearbeitet, und die Feier beschränkte sich auf den Abend. Der 1. August ist zudem der einzige Feiertag, der vom Bund selbst vorgeschrieben wird (Art. 110 Abs. 3 der Bundesverfassung); alle übrigen Feiertage regeln die Kantone.

Die wichtigsten Fakten zum Nationalfeiertag auf einen Blick

FrageFakt
Datum1. August (fixer Kalendertag, kein beweglicher Feiertag)
AnlassBundesbrief von 1291 zwischen Uri, Schwyz und Unterwalden
Datierung des Bundesbriefs«Anfang August 1291», kein exakter Tag
Erste offizielle Feier1891 (600-Jahr-Jubiläum)
Seit wann arbeitsfrei1. Juli 1994 (Abstimmung 1993, 83,8 % Ja)
RechtsgrundlageArt. 110 Abs. 3 Bundesverfassung
Zentrale nationale FeierRütliwiese (SGG), keine Militärparade
Typische BräucheHöhenfeuer, Feuerwerk, Lampionumzüge, Bauernbrunch, Festreden, Nationalhymne

Die Bräuche des 1. August: Höhenfeuer, Lampions und Bauernbrunch

Anders als viele andere Nationen hat die Schweiz an ihrem Feiertag keine zentrale Hauptfeier und schon gar keine Militärparade. Ganz im föderalistischen Sinn wird der 1. August in Tausenden von Gemeinden, auf Dorfplätzen, Bergwiesen und in Städten gleichzeitig begangen – jede Region ein bisschen anders. Auf der Rütliwiese am Vierwaldstättersee organisiert die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) seit 1891 die symbolträchtigste Feier des Landes, mit Festansprache, Musik und dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne.

Das prägendste Bild des Tages sind die Höhenfeuer auf Berggipfeln und Hügeln. Ihr Ursprung hat entgegen der landläufigen Meinung keinen direkten Bezug zur Gründung der Eidgenossenschaft: Er dürfte bei den sogenannten Hochwachten liegen, wo ab dem 15. Jahrhundert Signalfeuer entzündet wurden, um zum Beispiel vor feindlichen Truppen zu warnen. Populär ist auch die Deutung, die Feuer erinnerten an die Vertreibung der Vögte im 14. Jahrhundert. Heute sind sie vor allem ein stimmungsvolles, heimeliges Symbol – und 2026 vielerorts ein Problem, weil genau diese offenen Feuer bei extremer Trockenheit brandgefährlich sind.

Zu den weiteren festen Bräuchen gehören die Lampionumzüge der Kinder, die mit bunten Papierlaternen durch die Abenddämmerung ziehen, das Schmücken von Häusern und Balkonen mit Schweizerfahnen und Kantonswappen, die Festreden von Bundesrätinnen, Bundesräten und Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie der Bauernbrunch auf dem Land, bei dem Landwirtschaftsbetriebe Gäste zu einem morgendlichen Frühstück mit regionalen Produkten empfangen. Kulinarisch dominieren an diesem Tag Cervelat vom Grill, das 1.-August-Weggen (ein Brötchen mit Schweizerfahne) und regionale Spezialitäten.

Woher kommt welcher Brauch?

BrauchUrsprung / Bedeutung
HöhenfeuerSignalfeuer der Hochwachten ab dem 15. Jahrhundert
FeuerwerkFestliches Element seit dem 20. Jahrhundert, heute umstritten
LampionumzugKinderbrauch, symbolisiert Lichterkette durch die Gemeinden
FestredePolitische Ansprache, national bis kommunal
Nationalhymne«Schweizerpsalm», gemeinsames Singen als Gemeinschaftsritual
BauernbrunchSeit den 1990er-Jahren; verbindet Stadt und Landwirtschaft
SchweizerfahnenSchmücken von Häusern, Strassen und Plätzen

Basel 2026: Die grosse Zäsur – beide Feuerwerke abgesagt

In Basel dreht sich 2026 alles um ein Thema: das Feuer, das nicht brennen darf. Der Kanton Basel-Stadt hat am 24. Juli 2026 ein absolutes Feuerentfachungs- und Feuerwerksverbot für das gesamte Kantonsgebiet erlassen und die Waldbrandgefahr auf die höchste Stufe 5 («sehr gross») angehoben. Am 30. Juli 2026 zog der Regierungsrat die Konsequenz und sagte in Absprache mit den beiden Trägervereinen «Bundesfeier am Rhein» und «Bundesfeier auf dem Bruderholz» die beiden offiziellen Feuerwerke ab.

Damit gibt es in Basel dieses Jahr weder das grosse Rhein-Feuerwerk um 23 Uhr am 31. Juli noch das Feuerspektakel beim Wasserturm auf dem Bruderholz am 1. August. Die Begründung der Behörden: Wenn der Bevölkerung angesichts extremer Trockenheit jegliches private Feuerwerk verboten wird, lässt sich ein offizielles Feuerwerk nur schwer rechtfertigen. Der Regierungsrat wollte dem Verbot mit dem Verzicht Nachdruck verleihen. In der Basler Öffentlichkeit war die Frage zuvor kontrovers diskutiert worden – von einer «arroganten Ungleichbehandlung» bei einem Festhalten am Feuerwerk bis hin zur Forderung nach einer dauerhaften Umstellung auf Drohnen- oder Lichtshows.

Wichtig für Grillfreunde und Anwohner: Das Verbot ist umfassend. Verboten sind offene Feuer im Freien, das Grillieren an fest eingerichteten Feuerstellen, in Feuerschalen und auf Einweggrills, das Abbrennen von privatem Feuerwerk und das Steigenlassen von Himmelslaternen – ausdrücklich auch während der Bundesfeierlichkeiten am 31. Juli und 1. August zwischen 18 und 01 Uhr. Selbst achtlos weggeworfene Zigaretten, Raucherwaren oder Streichhölzer sind untersagt. Erlaubt bleibt einzig das Grillieren auf Gas- und Elektrogrills im Siedlungsgebiet, auf befestigtem Untergrund, Terrassen oder Balkonen – mit genügend Abstand zur Vegetation und grösster Vorsicht. Das bereits am 16. Juli verfügte Feuerverbot im Wald und bis 200 Meter vom Waldrand bleibt bestehen.

Feuerverbot Basel-Stadt 2026: Was gilt, was ist erlaubt?

HandlungStatus 2026
Offenes Feuer im FreienVerboten
Grillieren an fixen Feuerstellen / in FeuerschalenVerboten
Einweggrills im Freien / im WaldVerboten
Privates Feuerwerk (ganzer Kanton)Verboten, auch am 31.7. / 1.8.
HimmelslaternenVerboten
Zigaretten / Streichhölzer wegwerfenVerboten
Gas- und Elektrogrill auf Terrasse/BalkonErlaubt, mit grösster Vorsicht
Offizielle Feuerwerke Rhein & BruderholzAbgesagt
WaldbrandgefahrenstufeStufe 5 von 5 (sehr gross)

Bundesfeier am Rhein: Stadtfest am 31. Juli 2026 – ohne Feuerwerk

Traditionell startet Basel bereits am Vorabend des Nationalfeiertags: Am Freitag, 31. Juli 2026, verwandelt sich die Innenstadt ab 17 Uhr in ein Fest an beiden Rheinufern und auf dem Marktplatz. Rund 100'000 Gäste werden erwartet, rund 100 Verpflegungsstände sorgen von 17 bis 02 Uhr für Essen, Getränke und Barbetrieb. Das Festgelände erstreckt sich am Kleinbasler Rheinufer von der Johanniter- bis zur Wettsteinbrücke sowie im Grossbasel von der Johanniterbrücke bis zur Mittleren Brücke und von der Schifflände bis zum Marktplatz.

Das musikalische Programm bleibt trotz Feuerwerksabsage bestehen. Auf den Bühnen spielen unter anderem die Castle Groove Festival Brass Band, die FMB Big Band Basel, Echo vom Kainiz, die Alphorn-Gruppe Thierstein-Laufental und die Brass Band Lausen; auf dem Marktplatz legen DJ Liyel und DJ Flash mit 2000er-Hits auf. Auf dem Rhein sind zudem – wie in den Vorjahren – die Wasser-Shows des Feuerlöschboots zu sehen, ein Spektakel, das gerade in einem Sommer mit striktem Feuerverbot symbolische Wucht bekommt. Der grosse Höhepunkt, das Feuerwerk um 23 Uhr, entfällt 2026 ersatzlos.

Bundesfeier am Rhein – Eckdaten

PunktDetail
DatumFreitag, 31. Juli 2026
Beginn17.00 Uhr
Ende / Barbetrieb bis02.00 Uhr
Erwartete Gästerund 100'000
Verpflegungrund 100 Stände, beidseitig des Rheins
Perimeter KleinbaselJohanniter- bis Wettsteinbrücke
Perimeter GrossbaselJohanniterbrücke bis Mittlere Brücke, Schifflände bis Marktplatz
Feuerwerk 23 UhrAbgesagt
EintrittGratis

Bundesfeier auf dem Bruderholz: 1. August 2026 mit Alternativprogramm

Die offizielle Basler Bundesfeier findet am eigentlichen Nationalfeiertag, dem 1. August 2026, auf dem Bruderholz statt – in der natürlichen Arena zwischen der Batterie und dem Wasserturm, der 2026 exakt vor 100 Jahren errichtet wurde. Die Festwirtschaften öffnen bereits um 16 Uhr, das Bühnenprogramm startet um 17 Uhr. Die offizielle 1.-August-Ansprache hält Grossratspräsidentin Gianna Hablützel-Bürki.

Weil auch hier das Feuerwerk gestrichen ist, hat der Verein die Show umgebaut: Statt des sonst üblichen kurzen Feuerwerks am Ende der Vorstellung beim Wasserturm werden neue Effekte integriert. Angekündigt ist ein Alternativprogramm mit einer Wasser-, Licht- und Lasershow. Der traditionelle Lampionumzug mit mehreren hundert Kindern findet weiterhin statt – nach der Festrede, allerdings mit elektrischen Lichtern statt offenem Feuer. Musikalisch eröffnet die Jungjodlerin Nuria Grüter, es folgen Auftritte der Bands Daschenka Project, Skip und Marc Amacher. Der Anlass ist gratis, und die An- und Rückreise mit dem öffentlichen Verkehr ist trotz Umleitungen gewährleistet.

Bundesfeier Bruderholz – Eckdaten

PunktDetail
DatumSamstag, 1. August 2026
OrtBruderholz, Arena Batterie–Wasserturm
Festwirtschaften ab16.00 Uhr
Programmstart17.00 Uhr
FestanspracheGrossratspräsidentin Gianna Hablützel-Bürki
MusikNuria Grüter, Daschenka Project, Skip, Marc Amacher
Feuerwerk beim WasserturmAbgesagt, ersetzt durch Wasser-, Licht- & Lasershow
LampionumzugFindet statt, mit elektrischen Lichtern
EintrittGratis

Riehen und Bettingen: 1. August in den Basler Landgemeinden

Basel-Stadt feiert mehrfach: Neben den beiden grossen Anlässen laden auch die Gemeinden Riehen und Bettingen zu eigenen Bundesfeiern. In Riehen findet die traditionelle Feier am 1. August im Sarasinpark statt – ein beliebtes Volksfest mit Programm für Gross und Klein. Der Schwingerverband Basel-Stadt lädt im Kinderdorf zum Probeschwingen in den Sägemehl-Ring, dazu gibt es Bastel- und Spielangebote sowie Clown Payaso Moyzo für die jüngsten Gäste. Foodstände Riehener Vereine und der Markthalle Basel sorgen für Verpflegung, das Winzer- und Brauduo Rinklin und Amsel betreibt die Bundesbar.

Den offiziellen Festakt im grossen Zelt eröffnet Gemeindepräsidentin Christine Kaufmann um 19 Uhr; die Festrede hält der Basler Kochbuchautor und kulinarische Storyteller Claudio Del Principe, der über Familie, Heimat und die verbindende Kraft des Essens spricht. Für die musikalische Umrahmung sorgen die Alphorngruppe Riehen, ein generationenübergreifendes Chorprojekt dreier Riehener Chöre sowie das britisch-baslerische Duo Brüder Fërns mit Oldies, Folk- und Popklassikern. Zum Abschluss zieht der Lampionumzug der Kinder durch den Park. Angekündigt war ursprünglich erstmals ein bodennahes, kaltsprühendes Feuerwerk als Ersatz für das gestrichene Höhenfeuer – angesichts der verschärften Lage sollten Besucherinnen und Besucher die aktuellen Mitteilungen der Gemeinde beachten.

Riehen – Bundesfeier im Sarasinpark

PunktDetail
OrtSarasinpark, Riehen
Offizieller Festakt19.00 Uhr, grosses Zelt
EröffnungGemeindepräsidentin Christine Kaufmann
FestredeClaudio Del Principe
MusikAlphorngruppe Riehen, Chorprojekt, Brüder Fërns
KinderangebotProbeschwingen, Basteln, Clown Payaso Moyzo
AbschlussLampionumzug

Anreise und ÖV: So kommen Sie sicher zur Basler Bundesfeier

Basel setzt am Nationalfeiertag konsequent auf den öffentlichen Verkehr, weil rund ums Festgelände Umleitungen und Sperrungen gelten. Für das Stadtfest am Rhein am 31. Juli wird der Tramverkehr in der Innenstadt umgeleitet; die Linie 6 verkehrt beispielsweise ab Schifflände via Voltaplatz–Kannenfeldplatz nach Allschwil Dorf. Für die Anreise lohnt sich das ermässigte TNW-Spezialbillett für eine Hin- und Rückfahrt oder eine Tageskarte, erhältlich in der TNW-Tickets-App oder an den Billettautomaten. Wer aufs Bruderholz will, sollte die zusätzlichen Wege einplanen – die An- und Rückfahrt mit dem ÖV ist trotz Umleitungen gewährleistet, kann bei grossem Andrang aber länger dauern.

Praktische Tipps für den Abend: früh anreisen, um die besten Plätze am Rheinufer zu ergattern; feste Schuhe für die Menschenmengen; und angesichts des Feuerverbots keine eigenen Grills, Kerzen oder Wunderkerzen mitbringen. Wer mit Kindern kommt, findet auf dem Bruderholz und in Riehen die kinderfreundlichsten Programme mit Lampionumzug und Spielangeboten.

ÖV- und Anreise-Checkliste

TippDetail
VerkehrsmittelÖV bevorzugen, Umleitungen beachten
TicketTNW-Spezialbillett (App oder Automat)
Linie 6 (31.7.)ab Schifflände via Voltaplatz–Kannenfeldplatz nach Allschwil Dorf
Anreise Rheinfrüh kommen, gute Plätze am Ufer sichern
Mitbringenfeste Schuhe, keine Grills/Kerzen/Wunderkerzen
FamilienBruderholz & Riehen mit Lampionumzug

So feiert der Rest der Schweiz: Höhenfeuer, Brunch und Bundesfeiern

Der 1. August ist ein Fest der ganzen Nation – und in jedem Landesteil ein bisschen anders. Auf der Rütliwiese am Vierwaldstättersee findet seit 1891 die traditionsreichste Bundesfeier statt, mit Festansprache einer Schweizer Persönlichkeit, Musik und dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne vor der malerischen Kulisse des Sees. Wer die Atmosphäre der Innerschweiz sucht, kann von der Rigi, der «Königin der Berge», Höhenfeuer und Sonnenuntergang zugleich beobachten, während die Berggasthäuser Schweizer Spezialitäten servieren.

In Bern verteilen sich die Feierlichkeiten über den ganzen Tag, mit einem festlichen Lampionumzug und einem Fest auf dem Gurten, dem Hausberg der Stadt. Zürich feiert mit Fahrten auf dem Zürichsee und zahlreichen Quartierfesten. Am Vierwaldstättersee sorgen Orte wie Flüelen für grosse Feuerwerke, sofern es die kantonalen Feuerverbote zulassen – und genau das ist 2026 der springende Punkt: In vielen Regionen der Schweiz gelten wegen der Trockenheit ähnliche Verbote wie in Basel, sodass Höhenfeuer und Feuerwerke gebietsweise ausfallen oder durch Alternativen ersetzt werden. Ein Klassiker, der fast überall stattfindet, ist der 1.-August-Bauernbrunch auf Höfen im ganzen Land, bei dem Familien morgens regionale Produkte geniessen.

Wichtig zu wissen: Feuerverbote werden kantonal und teils kommunal verhängt und ändern sich mit der Wetterlage kurzfristig. Wer ausserhalb Basels feiert, sollte deshalb vor der Anreise die aktuellen Verfügungen des jeweiligen Kantons prüfen. Als Faustregel gilt 2026: Je trockener und heisser die Region, desto wahrscheinlicher sind Feuerwerks- und Höhenfeuerabsagen.

Feiern in der Schweiz – regionale Übersicht

Region / OrtWas stattfindet
Rütliwiese (VWS)Zentrale SGG-Bundesfeier mit Festrede & Hymne
RigiHöhenfeuer & Sonnenuntergang, Bergspezialitäten
Bern / GurtenGanztagesprogramm, Lampionumzug, Bergfest
Zürich / ZürichseeSeefahrten, Quartierfeste
Flüelen (Uri)Grosses Feuerwerk (abhängig vom Feuerverbot)
Ganze Schweiz1.-August-Bauernbrunch auf Höfen

Feuerwerk in der Kritik: Warum 2026 vieles anders ist

Die Feuerwerksdebatte ist 2026 mehr als ein Wetterthema. Angesichts wochenlanger Waldbrände in Nachbarländern wie Frankreich und Spanien und einer aussergewöhnlichen Hitzewelle stellen immer mehr Menschen die Tradition grundsätzlich infrage. Kritikerinnen und Kritiker verweisen auf die lokale Belastung durch Feinstaub, Schwermetalle und Lärm, auf den Stress für Tiere und auf die Sicherheit der zahlreichen Mitarbeitenden, die bei extremer Hitze im Einsatz stehen. Immer lauter wird die Forderung, Feuerwerke dauerhaft durch Drohnen- und Lichtshows zu ersetzen – lautlos, rückstandsfrei und ohne Brandrisiko.

Befürworter halten dagegen, dass das Feuerwerk seit Generationen zum Nationalfeiertag gehört und ein Gemeinschaftserlebnis schafft, das sich nicht einfach ersetzen lässt. Der Basler Entscheid von 2026, in einem Ausnahmesommer auf beide offiziellen Feuerwerke zu verzichten und stattdessen auf eine Wasser-, Licht- und Lasershow zu setzen, könnte zum Modell werden – oder eine einmalige Notlösung bleiben. Klar ist: Der 1. August verändert sich, wie so vieles, unter dem Druck von Klima, Sicherheit und gesellschaftlichem Wandel. Das Fest selbst – mit Musik, Reden, Begegnung und Lampions – bleibt davon unberührt.

Kulinarik am 1. August: Was auf den Tisch kommt

Der Nationalfeiertag ist auch ein Fest fürs Essen. Der Klassiker schlechthin ist der Cervelat, die Schweizer Nationalwurst, traditionell mit eingeschnittenen Enden über dem Feuer gegrillt – 2026 in Basel allerdings nur auf Gas- und Elektrogrills erlaubt. Dazu gehört das 1.-August-Weggen, ein Brötchen, in dessen Kruste ein kleines Schweizerfähnchen steckt und das in den Tagen vor dem Feiertag in fast jeder Bäckerei erhältlich ist. An den rund 100 Ständen am Rheinufer reicht das Angebot weit darüber hinaus: von Raclette und Rösti über internationale Streetfood-Varianten bis zu Basler Spezialitäten und Süssem.

In Riehen bespielen Vereine und die Markthalle Basel die Foodstände, und die «Bundesbar» des Winzer- und Brauduos Rinklin und Amsel sorgt für regionale Getränke. Auf dem Land ist der Bauernbrunch das kulinarische Herzstück: Landwirtschaftsbetriebe tischen morgens Käse, Butter, Konfitüre, Zopf, Eier und Most aus eigener Produktion auf. Wer die authentischste Schweizer Küche zum Nationalfeiertag sucht, ist auf einem Hof genau richtig.

Klassiker der 1.-August-Küche

SpezialitätBeschreibung
CervelatNationalwurst, gegrillt (2026 nur Gas/Elektro)
1.-August-WeggenBrötchen mit Schweizerfähnchen
Raclette / RöstiKäse- und Kartoffelklassiker an den Ständen
Regionale GetränkeBundesbar, Winzer- und Brauangebote
BauernbrunchKäse, Zopf, Most, Konfitüre vom Hof

Der 1. August in Zahlen und Daten

Zum Abschluss die wichtigsten historischen und aktuellen Eckwerte gebündelt – ideal zum Merken und für Quiz-Runden am Festtisch.

Zahl / DatumBedeutung
1291Jahr des Bundesbriefs (Uri, Schwyz, Unterwalden)
1307Früher populäres Gründungsdatum (Tschudi)
1315Bundesbrief, erste Erwähnung des Wortes «Eidgenosse»
1848Gründung des modernen Bundesstaats
1891Erste offizielle Bundesfeier (600-Jahr-Jubiläum)
1899Seither jährliche Feier
1993Volksabstimmung: 83,8 % Ja für arbeitsfreien Tag
19941. August wird gesetzlicher Feiertag (ab 1. Juli)
100'000Erwartete Gäste beim Basler Rhein-Stadtfest
~100Verpflegungsstände am Rheinufer
Stufe 5Waldbrandgefahrenstufe Basel-Stadt 2026 (Maximum)
24. Juli 2026Erlass des absoluten Feuerverbots in Basel-Stadt
30. Juli 2026Absage beider offizieller Feuerwerke

Detaillierter Ablaufplan: Der Basler 1.-August-Abend Stunde für Stunde

Damit die Planung konkret wird, hier der zeitliche Ablauf beider Basler Grossanlässe in kompakter Form. Die Zeiten beziehen sich auf die offiziellen Programme der Trägervereine; kurzfristige Anpassungen sind wetterbedingt möglich.

UhrzeitBundesfeier am Rhein (31. Juli)Bundesfeier Bruderholz (1. August)
16.00Festwirtschaften öffnen
17.00Stadtfest-Start, Stände & Bühnen öffnenProgrammstart, erste Musik-Acts
18.00–22.00Live-Musik (Brass Bands, Big Band, Alphorn)Bühnenprogramm, Bands
ab 18.00Wasser-Shows des Feuerlöschboots auf dem Rhein
ca. 21.00DJ-Sets auf dem Marktplatz (2000er-Hits)Festansprache Grossratspräsidentin
ca. 21.30Lampionumzug der Kinder (elektrische Lichter)
ca. 22.30Wasser-, Licht- & Lasershow (statt Feuerwerk)
23.00Feuerwerk abgesagt – Barbetrieb & Musik laufen weiterBarbetrieb
02.00FestendeFestausklang

Wer beide Tage kombinieren will, sollte den 31. Juli für das grosse, urbane Stadtfest am Rhein einplanen und den 1. August für die familiärere, offizielle Feier auf dem Bruderholz mit Festrede und Lampionumzug. Für Familien mit kleinen Kindern ist Riehen mit dem frühen Festakt um 19 Uhr und dem Kinderdorf oft die entspannteste Wahl.

Weitere Schweizer Städte am 1. August 2026 im Detail

Wer über Basel hinausblickt, findet in jeder Region eigene Höhepunkte. Ein Überblick über die grössten und beliebtesten Feiern – auch hier gilt: Feuerwerke und Höhenfeuer stehen 2026 vielerorts unter dem Vorbehalt kantonaler Feuerverbote.

In Luzern und am Vierwaldstättersee beginnen die Feierlichkeiten oft schon früh am Tag, mit Seefahrten, Konzerten und Bergfeuern rund um den See, sofern erlaubt. Auf dem Gurten über Bern verbindet sich das Bundesfeier-Programm mit dem Ausflugscharakter des Hausbergs: Familien wandern oder fahren mit der Standseilbahn hoch, geniessen die Aussicht und feiern bis in die Nacht. In Biel läuft parallel das Lakelive Festival, das dem Nationalfeiertag ein junges, musikalisches Gesicht gibt. In Mürren im Berner Oberland gehört der «Heimatabend» zum Nationalfeiertag, mit alpiner Tradition vor Hochgebirgskulisse.

Die Rütliwiese bleibt das symbolische Herz: Seit 1891 richtet die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft dort die zentrale Bundesfeier aus, mit der Festansprache einer prominenten Persönlichkeit als jährlichem Höhepunkt. Und für alle, die es ruhiger mögen, ist der Bauernbrunch auf einem der zahlreichen teilnehmenden Höfe die stimmungsvollste Variante: regionale Produkte, Morgensonne und das Gefühl, den Nationalfeiertag dort zu erleben, wo die Schweizer Landwirtschaft zu Hause ist.

Schweizer Städte & Regionen – Kurzcheck

Ort / RegionCharakter der Feier
Luzern / VierwaldstätterseeSeefahrten, Konzerte, Bergfeuer (Vorbehalt Feuerverbot)
Bern / GurtenBergfest mit Standseilbahn, Ganztagesprogramm
BielLakelive Festival, junges Musikprogramm
MürrenHeimatabend, alpine Tradition
RütliwieseZentrale SGG-Bundesfeier mit Festrede
RigiHöhenfeuer & Sonnenuntergang
Landwirtschaftsbetriebe1.-August-Bauernbrunch

Sicherheit und Rücksicht: Was Besucher 2026 beachten sollten

Ein Fest mit 100'000 Menschen bei hochsommerlicher Hitze und höchster Waldbrandgefahr verlangt Umsicht. Die wichtigsten Punkte im Klartext: Trinken Sie ausreichend Wasser – bei anhaltender Hitze ist die Dehydrierungsgefahr real, gerade am Abend nach einem heissen Tag. Verzichten Sie konsequent auf jegliches offenes Feuer, Kerzen, Wunderkerzen und Himmelslaternen; schon eine weggeworfene Zigarette kann in der ausgetrockneten Vegetation einen Brand auslösen. Halten Sie sich an die Anweisungen der Sicherheitskräfte und an abgesperrte Bereiche entlang des Rheins.

Für Haustierbesitzer ist der 1. August traditionell heikel: Der Wegfall des Feuerwerks in Basel bedeutet 2026 zwar deutlich weniger Lärm und damit weniger Stress für Hunde und Katzen – dennoch können private Böller in umliegenden Regionen ohne Verbot Tiere verängstigen. Ein ruhiger Rückzugsort daheim bleibt empfehlenswert. Wer mit Kindern kommt, sollte einen Treffpunkt für den Fall vereinbaren, dass man sich in der Menge verliert, und den Kleinen die Handynummer oder einen Notfallzettel mitgeben.

Sicherheits-Checkliste 1. August

PunktEmpfehlung
WasserAusreichend trinken, Hitze unterschätzt niemand
FeuerKein offenes Feuer, keine Kerzen/Wunderkerzen
ZigarettenNur in geschlossenen Behältern entsorgen
AbsperrungenAnweisungen der Sicherheitskräfte befolgen
KinderTreffpunkt & Notfallzettel vereinbaren
HaustiereRuhigen Rückzugsort schaffen

Häufige Fragen zum 1. August 2026 in Basel und der Schweiz

Findet in Basel 2026 ein Feuerwerk statt? Nein. Beide offiziellen Feuerwerke – am Rhein (31. Juli) und auf dem Bruderholz (1. August) – wurden wegen der Trockenheit und des absoluten Feuerverbots abgesagt. Auch privates Feuerwerk ist im ganzen Kanton untersagt.

Fällt deshalb das ganze Fest aus? Nein. Das Stadtfest am Rhein mit rund 100 Ständen, Musik und Barbetrieb findet statt, ebenso die Bundesfeier auf dem Bruderholz mit Programm, Festrede und einer neuen Wasser-, Licht- und Lasershow sowie die Feiern in Riehen und Bettingen.

Darf ich am 1. August in Basel grillieren? Nur auf Gas- und Elektrogrills im Siedlungsgebiet, auf befestigtem Untergrund, Terrassen oder Balkonen, mit genügend Abstand zur Vegetation. Holzkohle, Feuerschalen, Einweggrills und offenes Feuer sind verboten.

Wann beginnt welches Basler Fest? Bundesfeier am Rhein: 31. Juli ab 17 Uhr. Bundesfeier Bruderholz: 1. August, Festwirtschaften ab 16 Uhr, Programm ab 17 Uhr. Riehen: offizieller Festakt um 19 Uhr im Sarasinpark.

Seit wann ist der 1. August arbeitsfrei? Seit dem 1. Juli 1994, nach der Volksabstimmung vom 26. September 1993 (83,8 Prozent Ja).

Wie komme ich am besten zur Feier? Mit dem öffentlichen Verkehr. Für den 31. Juli gibt es ein ermässigtes TNW-Spezialbillett; rund ums Festgelände gelten Umleitungen.


Der 1. August 2026 wird in Basel und weiten Teilen der Schweiz zum Nationalfeiertag ohne Feuerwerk – erzwungen durch eine der trockensten und heissesten Sommerphasen der jüngeren Geschichte. Wer den Tag erleben will, verpasst dennoch wenig: Das Stadtfest am Rhein, die neue Show auf dem Bruderholz, die Feiern in Riehen und Bettingen sowie unzählige Höhenfeuer, Brunches und Bundesfeiern in der ganzen Eidgenossenschaft machen den Geburtstag der Schweiz auch 2026 zu einem lebendigen, generationenübergreifenden Fest. Verantwortung, Solidarität und Rücksicht auf die extreme Wetterlage stehen dieses Jahr im Zentrum – ganz im Sinne jener Werte, an die der Bundesbrief von 1291 bis heute erinnert.

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