Am frühen Sonntagmorgen, 28. Juni 2026, ist es in Zürich zu einem grossflächigen Stromausfall gekommen. Betroffen waren vor allem Teile von Kreis 10 mit Höngg und Wipkingen sowie nach ersten Meldungen auch einzelne Bereiche in Oerlikon. Die Störung begann um 2.44 Uhr und war kurz nach 5 Uhr behoben.
Nach Angaben des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich handelte es sich um eine technische Störung im 22-kV-Netz. Während viele Bewohnerinnen und Bewohner den Ausfall erst durch dunkle Strassen, ausgefallene Geräte oder flackernde Beleuchtung bemerkten, hatte die Panne auch Folgen ausserhalb der betroffenen Quartiere.
Denn im Zusammenhang mit dem Stromausfall kam es bei der Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli zu einem kurzfristigen Austritt von vorgereinigtem Abwasser. Dieses gelangte in die Limmat. Die Behörden rieten deshalb vorsorglich davon ab, unterhalb der Werdinsel bis zum Kraftwerk Dietikon in der Limmat zu baden, zu schwimmen oder mit dem Boot unterwegs zu sein, berichtet BaselPost.
Was in Zürich in der Nacht auf Sonntag geschah
Der Ausfall begann um 2.44 Uhr. In Teilen von Höngg und Wipkingen gingen Lichter aus, elektronische Geräte schalteten ab, und in Wohnhäusern, Strassenabschnitten sowie Geschäften war zeitweise kein normaler Strom verfügbar. Notbeleuchtungen und sicherheitsrelevante Anlagen blieben dort in Betrieb, wo entsprechende Systeme vorhanden waren.
Für die Stadt war die Störung deshalb besonders sichtbar, weil sie nicht nur einzelne Gebäude, sondern ein grösseres Gebiet betraf. Kreis 10 liegt im Nordwesten Zürichs und umfasst Höngg und Wipkingen. Zudem wurden aus Oerlikon, unter anderem aus dem Raum Leutschenbach, ebenfalls Ausfälle gemeldet.
Das EWZ bestätigte später eine Störung aus technischen Gründen. Genannt wurde eine 22-kV-Störung. Diese Angabe bedeutet, dass die Mittelspannungsebene betroffen war. Über die genaue technische Ursache lagen zunächst keine detaillierten Angaben vor.
Kurz nach 5 Uhr war die Versorgung wieder hergestellt. Für viele Haushalte bedeutete das: Licht, Internetrouter, Kühlgeräte, Ladegeräte und andere elektrische Systeme liefen wieder an. Trotzdem konnte der Ausfall einzelne Geräte, Zeitschaltuhren, Liftanlagen, Zugangssysteme oder gewerbliche Kühlung beeinflusst haben.
Warum der Stromausfall Folgen für die Limmat hatte
Besonders relevant wurde der Vorfall wegen der Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli. Dort kam es nach ersten Angaben infolge des Stromausfalls zu einem kurzfristigen Austritt von vorgereinigtem Wasser. Dieses Wasser war bereits vorbehandelt, aber noch nicht vollständig gereinigt.
Das Abwasser gelangte anschliessend in die Limmat. Deshalb konnten Verschmutzungen zunächst nicht ausgeschlossen werden. Die Behörden reagierten mit einer vorsorglichen Warnung für den Abschnitt unterhalb der Werdinsel bis zum Kraftwerk Dietikon.
Für die Bevölkerung war diese Information wichtig, weil die Limmat an warmen Wochenenden stark genutzt wird. Viele Menschen baden, schwimmen, fahren mit dem Gummiboot oder halten sich direkt am Wasser auf. Gerade deshalb ist der Unterschied zwischen einem reinen Stromausfall und einem Infrastrukturvorfall entscheidend: Die Stromversorgung war zwar nach gut zwei Stunden wieder stabil, die Wasserfrage blieb aber für den Sonntag relevant.
Vorgereinigtes Abwasser ist nicht dasselbe wie ungeklärtes Rohabwasser. Trotzdem kann es Stoffe oder Keime enthalten, die im Badebetrieb problematisch sind. Wer mit belastetem Wasser in Kontakt kommt, kann Hautreizungen, Magen-Darm-Beschwerden oder andere Reaktionen riskieren. Deshalb gilt bei solchen Warnungen: nicht abwarten, sondern den betroffenen Abschnitt meiden.
Was Bewohner und Badegäste jetzt beachten sollten
Wer in Höngg, Wipkingen oder Oerlikon vom Stromausfall betroffen war, sollte nach der Rückkehr der Versorgung einige Punkte prüfen. Kühlschränke und Tiefkühler sollten kontrolliert werden, vor allem wenn empfindliche Lebensmittel gelagert wurden. Bei einem Ausfall von etwas mehr als zwei Stunden bleiben geschlossene Geräte oft stabil, doch bei gewerblichen Kühlketten ist eine genaue Prüfung wichtig.
Auch Router, Smart-Home-Systeme, Alarmanlagen, Garagentore und Liftanlagen können nach einem Stromunterbruch neu starten oder Störungen anzeigen. Zeigt ein Gerät Fehlermeldungen, sollte es nicht einfach ignoriert werden. Bei Gebäudetechnik, Kühlung oder Sicherheitssystemen ist eine Kontrolle durch Verwaltung oder Fachpersonal sinnvoll.
Für Geschäfte ist der Vorfall besonders relevant, wenn elektronische Kassensysteme, Zahlungsterminals, Zugangssysteme oder Kühlanlagen betroffen waren. Wer Schäden vermutet, sollte Uhrzeiten, Fotos und konkrete Beobachtungen dokumentieren. Das hilft später bei Rückfragen an Verwaltung, Vermieter oder Versicherung.
Für Menschen an der Limmat gilt die praktische Regel: Der betroffene Abschnitt unterhalb der Werdinsel bis zum Kraftwerk Dietikon sollte bis zur Entwarnung gemieden werden. Das betrifft nicht nur Schwimmen, sondern auch Böötlen, Stand-up-Paddling und längeren direkten Wasserkontakt.
Wer bereits im Wasser war, sollte gründlich duschen, nasse Kleidung wechseln und Beschwerden beobachten. Bei offenen Wunden, Kindern, älteren Menschen oder empfindlicher Haut ist besondere Vorsicht sinnvoll. Die Behördenwarnung bedeutet nicht automatisch, dass jeder Kontakt krank macht, aber sie bedeutet klar: Die Wasserqualität konnte zunächst nicht sicher beurteilt werden.
Der Vorfall zeigt, wie stark städtische Infrastruktur miteinander verbunden ist. Stromnetz, Abwasserreinigung, öffentliche Sicherheit und Freizeitnutzung wirken im Alltag getrennt. Bei einer Störung zeigt sich jedoch schnell, dass ein technischer Ausfall Folgen an ganz anderer Stelle haben kann.
Für Zürich war der Stromausfall deshalb mehr als eine kurze nächtliche Panne. Zwar war die Stromversorgung am frühen Morgen wieder hergestellt. Doch durch den Austritt von vorgereinigtem Abwasser wurde der Fall zu einem Thema für Anwohner, Badegäste und alle, die am Sonntag an der Limmat unterwegs sein wollten.
Entscheidend bleibt nun, ob und wann die Behörden Entwarnung für den betroffenen Limmatabschnitt geben. Bis dahin sollten Einwohnerinnen, Einwohner und Ausflügler offizielle Mitteilungen beachten und den Abschnitt unterhalb der Werdinsel meiden.
Fragen und Antworten zum Stromausfall in Zürich

Wann begann der Stromausfall in Zürich?
Der Stromausfall begann am Sonntag, 28. Juni 2026, um 2.44 Uhr.
Wann war die Störung behoben?
Die Stromversorgung war kurz nach 5 Uhr wieder hergestellt.
Welche Gebiete waren betroffen?
Betroffen waren vor allem Zürich Kreis 10 mit Höngg und Wipkingen. Zudem wurden Ausfälle aus Teilen von Oerlikon gemeldet.
Was war die Ursache?
Das EWZ sprach von einer technischen 22-kV-Störung. Genauere Angaben zur Ursache lagen zunächst nicht vor.
Warum gab es eine Warnung für die Limmat?
Wegen des Stromausfalls gelangte bei der ARA Werdhölzli kurzfristig vorgereinigtes Abwasser in die Limmat.
Wo sollte man nicht baden?
Die Warnung betraf den Abschnitt unterhalb der Werdinsel bis zum Kraftwerk Dietikon.
Ist vorgereinigtes Abwasser gefährlich?
Es ist bereits behandelt, aber nicht vollständig gereinigt. Deshalb können Belastungen nicht ausgeschlossen werden.
Was sollten Betroffene zu Hause prüfen?
Kühlgeräte, Router, Smart-Home-Systeme, Alarmanlagen, Lifte, Garagentore und elektronische Steuerungen sollten nach einem Stromausfall kontrolliert werden.
Was sollten Badende tun, wenn sie bereits in der Limmat waren?
Sie sollten duschen, Kleidung wechseln und bei Beschwerden medizinischen Rat einholen.
Warum ist der Vorfall für Basel Post relevant?
Der Fall betrifft Zürich, zeigt aber ein schweizweites Infrastrukturthema: Stromversorgung, Abwasseranlagen und Gewässerschutz hängen eng zusammen.
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